ROMI vor Werbestart rechnen, nicht danach
Die teuerste Frage in der Werbung ist nicht „welches Budget?“ sondern „hätten wir es vorher gewusst?“. ROMI — Return on Marketing Investment — gehört auf den Tisch, bevor der erste Rubel fließt. Wer kampagnenstartet und dann rechnet, fliegt blind. In diesem Artikel zeigen wir, wie ein Mediaplan aussehen muss, der die Ökonomie vor dem Launch vorhersagt, samt sieben Schritten, die wir bei jedem Kunden abarbeiten.
Was ROMI wirklich bedeutet
ROMI ist das Verhältnis von Werbegewinn zu Werbeausgabe. 300 % bedeuten: Auf jeden Rubel Werbung kommen drei Rubel Netto-Gewinn. Wichtig: gemeint ist Gewinn, nicht Umsatz. Wer nur Umsatz misst, feiert sich für Kampagnen, die die Logistikkosten nicht decken. Wir rechnen mit dem Deckungsbeitrag — sonst ist die Zahl Schönwetter.
Die sieben Schritte vor dem Start
- Unit-Ökonomie klären: Deckungsbeitrag pro Verkauf, nicht nur Preis.
- Ziel-ROMI festlegen: ab welcher Marge die Kampagne „grün“ ist.
- Semantik sammeln: kommerzielle Anfragen plus Minus-Wörter sauber trennen.
- Landingpages je Anzeigengruppe bauen, nicht eine für alle.
- Klickpreis-Prognose aus der Auktion lesen, nicht aus dem Bauch.
- Conversion-Pfad verdrahten: Metrika, Calltracking, Ziel bis zum Deal.
- Break-even rechnen: wie viele Leads darf ein Rubel kosten?
Jeder Schritt ist ein Filter. Fällt einer durch, wissen wir vor dem Launch, dass die Kampagne nicht trägt — und sparen dem Kunden das Budget. Genau das unterscheidet Planung von Hoffnung.
Warum eine Landingpage pro Gruppe zahlt
Eine einzige Landingpage für hundert Suchanfragen ist der häufigste ROMI-Killer. Wer „Kühlgerät kaufen“ und „Kühlgerät reparieren“ auf dieselbe Seite schickt, verliert beide. Wir bauen je Anzeigengruppe eine eigene Zielseite, die Versprechen, Wort und Absprung exakt zum Suchwort hält. Das hebt die Conversion oft um ein Drittel — und senkt den Lead-Preis spürbar, bevor die Auktion überhaupt läuft.
Wer den Mediaplan erst nach dem Launch rechnet, hat nicht optimiert, sondern gespart — am falschen Ende. Die Ökonomie gehört vor den ersten Klick.
Den Break-even ehrlich rechnen
Nehmen wir ein Produkt mit 8.500 Rubel Warenkorb und 40 % Deckung. Pro verkauftem Stück bleiben 3.400 Rubel. Liegt der Lead-Preis bei 400 Rubel und schließt jede zehnte Anfrage, kostet ein Kunde 4.000 Rubel — und verbrennt Geld. Schon hier entscheidet sich, ob die Kampagne startet. Der Break-even ist keine Schätzung, sondern die Grenze zwischen Werbung und Spende.
Unser interaktiver Rechner macht genau das sichtbar: Budget rein, Klickpreis, Konversion — und sofort steht ROMI und Lead-Kosten. Wer am roten Ende landet, überarbeitet CPC und Seite, statt blind zu schalten. So wird aus „vielleicht“ ein „ja, ab dieser Schwelle“.
Optimierung ist Dauerbetrieb, nicht Event
- Tägliches Monitoring der Auktion und der Ausgaben.
- Wöchentliche A/B-Tests von Anzeigen und Zielgruppen.
- Ausmisten ineffizienter Gruppen, Skalieren der tragenden.
- ROMI pro Kanal monatlich neu bewertet, Budget verschoben.
Eine Kampagne ist nach dem Launch erst halb fertig. Die erste Woche zeigt, ob die Prognose hält; die vierte, ob sie skaliert. Wer hier spart, wirft die Hälfte des Potenzials weg. Wir optimieren wöchentlich und legen die Änderungen offen — nicht als 40-Seiten-PDF, sondern als konkrete „wir haben X getan, Y gebracht“.
Yandex Direct und Google Ads: unterschiedliche Logik
In Russland ist Yandex Direct der Hauptkanal, international Google Ads. Beide rechnen ROMI anders, weil die Auktion anders tickt. Direct belohnt Relevanz und Regionalität stark, Google belohnt Qualitätswert und Landingpage-Erfahrung. Wer eine Kampagne einfach kopiert, verliert in der anderen Engine. Wir planen pro Plattform eigene Gebotsstrategie, eigene Anzeigentexte und eigene Minus-Wörter — und rechnen ROMI getrennt, weil ein gemischter Schnitt die schwache Seite versteckt.
- Direct: Fokus auf regionale Gebotskorrekturen und RSYA-Retargeting.
- Google: Fokus auf Qualitätswert und enge Ad-Gruppen.
- Beide: eigene Landingpage pro Intention, nicht geteilt.
- Beide: ROMI separat im Dashboard, nie im Durchschnitt versteckt.
Retargeting als zweite Chance
Etwa 97 % der Besucher kaufen beim ersten Klick nicht. Retargeting holt sie zurück — mit einem anderen Versprechen: nur noch den Vorteil, die Bewertung, den Rabatt. Das senkt den Lead-Preis drastisch, weil die Zielgruppe schon warm ist. Wir bauen Retargeting-Listen aus dem Verhalten: wer den Warenkorb füllte, wer nur las, wer abbrach. Jede Liste bekommt eigene Anzeige und eigenes ROMI-Ziel.
Das Budget-Rechner-Prinzip
Unser interaktiver Rechner folgt einer einfachen Kette: Budget geteilt durch Klickpreis gleich Klicks, Klicks mal Conversion gleich Leads, Leads mal Deckungsbeitrag gleich Gewinn. Daraus ROMI. Dreht man am Regler, bricht sofort auf, ob die Kampagne trägt. Wir nutzen ihn nicht nur für Kunden, sondern auch intern, bevor wir eine Nische annehmen. Wer nicht vorher rechnet, fliegt blind — und das gilt für Agentur wie für Werbetreibenden.
Calltracking: wer bezahlt, wird sichtbar
Ein großer Teil der Leads kommt per Telefon, nicht per Formular — besonders im Handwerk, in der Medizin, im Recht. Ohne Calltracking bleibt dieser Kanal unsichtbar, und das ROMI stimmt nicht. Wir verknüpfen Anrufe mit Kampagnen, Quellen und Keywords, transkribieren bei Bedarf und messen die Qualität der Anfrage. So wissen wir, ob „Kühlgerät reparieren“ wirklich kauft oder nur neugierig war. Erst diese Kette macht aus einer gefühlten Kampagne eine gerechnete.
Lookalike und Skalierung nach dem Break-even
Hat eine Kampagne ihren Break-even bewiesen, wird skaliert — über Lookalike-Zielgruppen, die den Käufern ähneln, und über neue Regionen. Doch Skalierung senkt selten den Lead-Preis, sie erhöht das Volumen bei leicht steigenden Kosten. Wir heben das Budget nur so weit, wie der ROMI grün bleibt, und stoppen, wo die Marge schmilzt. Wer blind skaliert, kauft sich ins Verlustgeschäft. Die Disziplin nach dem Launch ist genau diese: wachsen, bis es sich nicht mehr lohnt — und dann halten.
Ein Rechenbeispiel aus dem Shop
Ein Baumarkt-Kunde mit 8.000 Artikeln startete mit 80.000 Rubel Budget. Pro Klick rechneten wir 14 Rubel, Conversion 3 %, Deckungsbeitrag 1.200 Rubel. Aus 5.700 Klicks wurden 171 Leads, daraus etwa 34 Käufe und 40.800 Rubel Gewinn — ROMI rund 400 %. Als wir das vor dem Launch vorrechneten, strich der Kunde zwei Ineffizienz-Gruppen sofort. Vier Monate später lag der Lead-Preis bei 9 Rubel, die Bestellungen fast dreifach. Die Rechnung vor dem Start war keine Prognose, sondern der Kompass, an dem wir geblieben sind.
Fazit
ROMI vor dem Start ist keine Extroleistung, sondern die Grundlage jeder seriösen Kampagne. Fordern Sie den Mediaplan mit Break-even, bevor Sie unterschreiben. Wer Ihnen „wir schauen mal, wo es hinführt“ anbietet, fliegt blind — und Sie bezahlen den Treibstoff. Unsere Kunden starten mit einer Zahl, nicht mit einem Wunsch.
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